Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1838)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

.

Der Reiter trieb das Pferd; in einer Minute ſtand er am Gatter des Hofs; ein Mann kam freundlich entgegen, lüf⸗ tete den Strohhut.Fernandez Vereira! rief der An⸗ kömmling, vom Pferde ſpringend.Sennor White! ant⸗ wortete der Andere, und bot ihm freundlich die Hand.Ihr hier? Ihr da? wiederholten Beide einigemale, und in den ſchattigen Vorſprung des Gebäudes, zu herrlichem Weine, zog den Offizier der Meier. Die Flucht aus Egypten bekam mir wohl, ſagte er zu dem Beſucher: Wir verbargen uns hier, unter den Flügeln des wackern Luis. Mein Vater er⸗ hielt in der Folge ſeine Begnadigung, und löſchte dann ſeine Lampe. Ich bin hier geblieben, ein ſchlichter Bauer, und mir würde zu dem Glücke meines Lebens nichts fehlen, hätte ich den lieben Vater, hätte ich den Pfarrer Luis noch, die beide faſt an einem Tage in's ewige Vaterland gingen.

Beneidenswerther! entgegnete James, ſchwermüthig ſeine Hand drückend:Mich Armen flieht das Glück, wenn's mich auch noch mit mehreren Goldgalonen bekleidete. Ich hatte mich für Freund Georg hingegeben. In San Sebaſtian wurde meine Liſt entdeckt. Der Kommandeur, gerührt und menſchlich, gab mir ſchnell die Freiheit, und der Statthalter, eine That bewundernd, die doch ſo natürlich war, verlieh mir den Rang eines Sergeanten. Meines Pflegers, meiner Hoffnungen in der alten wie in der neuen Welt beraubt, ſchlug ich ein, und trug die Hellebarte heldenmüthig für den König, den ich nicht kenne, für das Land, das ich nicht liebe. Es war aber von jeher mein Loos geweſen, das thun zu müſſen, dem mein Herz widerſtrebte, und die Erlöſung von des Lebens Feſſeln ſuchte ich in dem kriegeriſchen Stand.

.

6