Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1838)
Entstehung
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Bedürfniſſe wurden fühlbar. Alles jedoch überwand der menſch⸗ liche Muth im Verein mit der gütigen Natur. Hatte ein ſteiniger Abſturz die Füße der Wanderer gelähmt, und ihre Geduld erſchöpft, flugs breitete ſich ein herrlicher Wie⸗ ſenteppich aus, ſie zu verſöhnen. Hatte glühende Sonne ih⸗ ren Scheitel verſenkt, ſchnell erſtanden vor ihnen duftende, hallende Schatten des Waldes. Quälte ſie Hunger, die nächſten Büſche gaben wohlſchmeckende Früchte; peinigte ſie der Durſt, der nächſte Fels gab einen Waldſtrom, einen ſilbernen Quell. Sie flohen die Nähe wilder Menſchenhor⸗ den, das wilde Thier ging ihnen aus dem Wege, und von Tag zu Tag wuchs ihr Vertrauen, und ihre ſelbſt des verwundeten, von Juſtinen's Hand gepflegten Georgs Kraft. Da ſtiegen ſie endlich hernieder aus den Gebirgen in die Thäler, in das trauliche Dorf, in die ſtille Pflanzer⸗ wohnung, wo neben dem Fleiß, der Genügſamkeit und der Frömmigkeit, auch die Gaſtfreundſchaft zu Tiſche ſitzt, und als ſie an die erſte Kirche kamen, wurden ihre Gefühle noch milder und erhebender. Die Proteſtanten ſtanden entblößten Haupts, mit andächtigen Mienen, vor dem Tempel der feind⸗ lichen Religionspartei, die Gegenwart des Allmächtigen, dem ſie zu danken hatten, in dieſen Räumen, wie in ihren eige⸗ nen Kirchen, ahnend. Der Senator betrat allein das kleine Gotteshaus, warf ſich nieder vor dem ſchlechten Bilde des Altars: er war, wie das Kirchlein, der heiligen Clara ge⸗ weiht. Hier betete er zu dem Ewigen mit Worten, hier in Gedanken und Gefühlen zu der Clara, die er auf Erden ge⸗ kannt, die er in dem Himmel verehrte. Hier gewann er neues Vertrauen auf eine leitende Vorſehung; hier nahm er Abſchied von dem Cultus, dem er nur kurze Zeit, im