„Ihr ſeyd falſche und unrichtige Geſellen;“ ſagte hierauf Birsher mit gerunzelter Stirne:„mit Spähern und Paß⸗ Fabrikanten, und in Katholiken vermummten Proteſtanten habe ich nicht gerne zu thun: ich mag's Euch nicht verhehlen. Da jedoch Gottes Hand uns ſo ſichtlich hier zuſammenfügte, mag's geſchehen, wie Du meinſt.“
„Eine große Ehre, wackerer Georg!“ erwiederte Harry Haverly lachend:„Du warſt von jeher ein ſteif und altklug gehender Burſche. Du ſiehſt jedoch, daß Dein gerader Gang Dich nicht um ein Haar breit weiter brachte, als uns die Schlangenlinie. Wir ſind dem Sittenprediger nicht böſe, und denken, er werde zu beſſerer Einſicht kommen.“
„Wollen wir uns auf den Weg machen, ſo denke ich, wir thun es alſobald!“ rief Müſſinger ungeduldig:„Auf, meine jüngern Freunde! wenn mein altes Herz nach Freiheit dür⸗ ſtet,— wo bleibt Eure Sehnſucht?“
Alle erklärten ſich bereit.„Werden Sie nicht zu ſchwach ſeyn, allein zu gehen, mein Vater?“ fragte Juſtine:„Stützen Sie ſich auf meinen Arm. Ich ermüde nicht unter die⸗ ſer Laſt.“
„Laſſe mich!“ antwortete Müſſinger:„Ich fühle mich ſtark; Glieder, Herz und Gewiſſen frei und leicht. Sollte ich dennoch ermatten,— ein Blick auf meine beherzte Tochter würde mich ſchnell erkräftigen.“
Von den Streiflichtern des nahenden Morgens geführt, betraten die Wanderer die Pfade, auf welchen die New⸗Yor⸗ ker Diamantenſpione hergekommen waren. Haverly wußte mit ziemlicher Beſtimmtheit den Weg zurück zu finden. Die Schwierigkeiten häuften ſich nach und nach. Mühen und


