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deſſen Weib Du werden ſollſt,— Georg, den Du liebſt, innig liebſt,— wenn ſich auch Dein Gefühl hinter die Maske der gleichgültigen Förmlichkeit flüchtet.“
Juſtine ſtand wie eine Bildſäule, mit niedergeſchlagenen Augen.„Nicht ſo hart!“ bat Georg den Vater. Müſſinger fuhr jedoch, wie oben, fort:„Ich weiß, daß ich Dein Herz verwunde; aber es iſt von Erz, und muß ſtark berührt wer⸗ den, ſoll die reine Glocke wohlthätigen Klang geben. Sieh⸗ Juſtine, welchen Jammer Du mir bereiteſt. Ich habe Alles verloren: Habe, bürgerliche Ehre, mein eigenes Bewußtſeyn. Alles gut zu machen, habe ich nur Dich. Von der Heimath, dem liebloſen Weibe und meinen Gütern geſchieden, iſt mein einzig Glück noch in der Hoffnung auf Deinen Ehbund ge⸗ gründet. Willſt Du durch den raſchen, unüberlegten Schritt uns Alle verderben? Dich zur Beute des Soldaten,— ihn“ auf Georg deutend,—„zum Schlachtopfer, und mich zum verwaisten Greis machen?“
Die heftige Rede erſchütterte die Tiefen in Juſtinens Bruſt. Eine Fluth von Thränen ſchoß aus ihrem Auge, ſie warf ſich an des Senators Bruſt, und ſchluchzte:„Vergeben Sie, grauſamer Vater, ich hatte das nicht bedacht! ich bin ja nicht böſe; um Gotteswillen; wie möchte ich, ohne zu ſchaudern, daran denken, den Herrn hier zu opfern, der mir ſo— werth⸗ ſo achtbar iſt? Glauben Sie das von mir?“ ſetzte ſie fra⸗ gend, und zu Birsher gewendet, bei, und mitten durch den Schmerz ihres Antlitzes zuckte ein anmuthiges Lächeln, das Georgs trüben Ernſt beſiegte, daß er ihre Hand ergriff, und ſagte:„Bewahre mich der Allmächtige, daß ich ſolches von meiner Braut glauben könnte. Dieſe Stunde hat von der
Vortrefflichteit Ihres Herzens ein neues Zeugniß gegeben⸗ 9


