dieſen Entſchluß zum Sterben!“ Juſtine warf einen ſehr ernſten Blick auf ihn, und entgegnete:„Monſieur, ich ver⸗ ſtehe Sie nicht, ich werde an Ihrem Herzen irre. Wiſſen Sie nicht mehr, daß James meinen Vater gerettet? daß er mich über Land und Meer geführt hat? mich, Ihre Braut? er, der mich liebte? auf deſſen Liebe ich jetzt erſt ſtolz werde? Zu dieſem Allen mögen Sie wiſſen, daß ich ihm herzlich gut war, daß ich ihn jetzt doppelt ehre, nachdem ſo Vieles aus⸗ geglichen, nachdem er dieſe Heldenthat begonnen! Und Sie, der ſtarke, beſonnene Mann, Sie, den ich vorzog aus Ueber⸗ zeugung, Sie können mir verwehren...2
„Weil ich beſonnen bin“, fiel Georg gekränkt und hef⸗ tig ein,„wenn Sie gleich an meinem ehrlichen Herzen zwei⸗ feln ſollten!“
„Juſtine!“ bat der Senator mit all' der Lebendigkeit, die ihm ſonſt zu Gebote geſtanden,„wenn Du die Worte des Freundes nicht hörſt, ſo vernimm die des Vaters. Was Georg Birsher nicht ſagt, muß ich ſagen. Deine heftige Begeiſte⸗ rung führt Dich und uns in's Verderben! Geh hin! ver⸗ rathe durch Deine vergebliche und unbeſonnene Fürbitte Deinen beſten Freund, Deinen Bräutigam. Weihe ihn dem Tode, weil er an Dir hing, und nicht weiter vor ſeinen Widerſachern floh. James Unſchuld muß an den Tag kom⸗ men. Sein Regiment wird ihn nicht erkennen, ſeine Täu⸗ ſchung entdecken: die Menſchlichkeit des Statthalters ihn mit leichter Strafe belegen. Alles wird dann gut, und des Jüng⸗ lings Bewußtſeyn verſüßt ihm tauſendfach die Haft. Du willſt das gefährliche Spiel umkehren. Um den wenig be⸗ drohten Freund zu retten, ſchleppſt Du den biedern Georg in's Grab; Georg, den Du achteſt und ehrſt,— Georg,—


