Ihnen hier eine Freundin übergebe, die manches um Ihret⸗ willen gelitten hat, und die ich den Verfolgern entriß, ob⸗ gleich ſie, wie Andere auch, ein falſches Spiel mit mir ge⸗ trieben. Vergelten Sie mir den Dienſt mit der einfachen Anweiſung, wo ich meinen Vater zu ſuchen und zu finden habe.“
Münzner ſchwieg bedeutungsvoll, und James, die ängſt⸗ lich werdende Tochter zu beruhigen, wollte ſtatt des Pflege⸗ vaters das Wort nehmen. Der geräuſchvolle Eintritt des Pfarrers mit ſeinen geiſtlichen Obern, des Volks, das neu⸗ gierig ihnen nachdrängte, unterbrach ihn. Zwei Indianer von den Schützen, die ſo eben wieder heimgekommen waren, machten ſich heftig Platz durch die Menge, und näherten ſich eilfertig dem Pfarrer.„Da! guter Vater Luis!“ ſagten ſie mit betrübter Geberde:„da iſt Alles, was wir von Deinem Gaſtfreunde gefunden haben! In dem Lager eines wilden Jagurate*), den wir erlegten, fanden wir die traurige Beute.“—
Pater Luis ſtarrte die Boten ſtaunend an. Münzner er⸗ bleichte heftig, wie auch James. Juſtine ſtieß einen gellen⸗ den Schrei aus, denn— war ihr gleich die Sprache der Jäger fremd und unbekannt,— ſie kannte das Kleid ihres Vaters, das ſie blutig und zerfetzt zu den Füßen des Pfar⸗ rers niederlegten.— Mit rollenden Augen ſchlug das Mädchen die Hände zuſammen, und rief mit dem Tone der entſetzlichſten Furcht:„Was iſt hier geſchehen? was mit mei⸗ nem armen Vater vorgefallen? Wer Mitleid mit mir hat⸗ verhehle mir nichts. Wer Gefühl in der Bruſt trägt, ver⸗ heimliche einer bangenden Tochter nicht das Aergſte!“
*) Tiger.


