Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1838)
Entstehung
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Eltern geuommen, damit ich ſein eigen Kind werden ſollte. Die arme Mutter muß mich, vielleicht im Schlafe, vom Schvoße verloren haben, denn der grüne Wald, von dem ich redete, war nur das hohe Gras der weiten Savanna, und ich wäre dahin geweſen, ohne Gottes Schutz!

Armes Mädchen! Mutterloſe, arme Waiſe!

Ich bin nicht arm und nicht unglücklich, Herr! Ich habe ja in Don Luis einen Vater gefunden, und in der Kirche ſteht das Bild meiner himmliſchen Mutter, mit Gold und Seide geputzt. Ich bete zu ihm; ich rede mit ihm, und ſie redet auch mit mir in meinen Träumen, oder wenn ich das Geſicht auf den Boden lege, und mir die Gedanken ausgehen laſſe. Und die heilige Mutter iſt ſo gnädig, ſo liebevoll! Sie hat die arme dumme Ines verſtändig gemacht, ihr Heil zu begreifen; ſie hat mich gekleidet, ſie gibt mir Speiſe! Ach, Herr, ich bin nicht arm! Aber meine Mutter im Walde mags ſeyn, denn ſie hat ihre Tochter nicht mehr, und auch keine im Himmel, mit der ſie reden kann!

James ſchwieg ergriffen, und die fromme Ines ging weg. Ihre Reden klangen in des Jünglings Ohren nach. Unwill⸗ kührlich verglich er die Indianerin mit Juſtine. Beide ſchön, beide entſchloſſen und thatkräftig; beide die Unſchuld ſelbſt, und dennoch ſo ganz verſchieden! der feine Tbee ſchmeckte ihm nicht. Das Geſpräch der Jeſuiten, das in lateiniſcher Sprache vor ſich ging, behagte ihm nicht. Frühzeitig ſuchte er ſeine Matte, frühzeitig verließ er ſie wieder. Die zahlreichen Heerden brükten an der Gaſſe vorüber. Leute mit Ackergerätbhſchaften drängten ſich auf dem Platze. Ein Zeichen mit der Glocke der Kirche, und die Schreitenden hielten an deren Pforte. Sie wurde aufgethan: Lichter