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verlaſſen, bis der Senator gefunden ſey. Juſtine hegte ein ſtilles Mißtrauen gegen mich, das mich bekränlte, denn nie war ich ihr redlicher ergeben, als gerade jetzt.— Wir ge⸗ langten nach Amſterdam. Nicht Sie, nicht der Senator waren mehr zugegen. Das Schiff des Tormerpick hatte Sie ſchon hinweggetragen. Van den Höcken gab mir den lako⸗ niſchen Brief des Senators, in dem es nur hieß: zu Aſſum⸗ cion in Paraguay erwartet der Vater ſeine Tochter! Dieſe neun Worte belebten Juſtine mit dem erſtaunlichſten Muth⸗ der ſowohl die Lainez als mich dem Mädchen dienſtbar und unbedingt gehorſam machte. Wir betrieben unſere Abreiſe, Wir beſtiegen das Schiff, wir befuhren die Meere. Aber je klarer die See unter uns, je heiterer über uns der Himmel wurde, je trüber wurde meine Seele. Der Amerikaner hat mich getäuſcht, meine Leidenſchaft hat mich getäuſcht; alle Hoffnungen der Sehnſucht haben mich betrogen. Juſtine... liebt mich nicht. Sie trägt mein Bild nicht in ihrem Her⸗ zen, nicht an ihrem Halſe. Mein Leben iſt verloren. Ich habe mich dem edeln Geſchöpfe unwürdig, falſch gezeigt; ich fühle es: ſie kann mir nicht vergeben, kann mich nur dulden⸗ nicht achten, nicht lieben. Nichts mehr davon: das ſey todt und ab. Ich habe mich ausgeweint, ſtand ich in verſchleier⸗ ter Nacht auf dem Verdeck des Schiffs, wo mich die Wache duldete. Ich habe den flammenden Sternen mein Leid ge⸗ klagt! ich habe es den ziehenden Wolken mitgegeben, und in mancher Nacht, wann der geſpenſtige Holländer auf ſeinem Nebelſchiff durch die graupige Luft ſauste, daß den aber⸗ gläubiſchen Matroſen das Haar zu Berge ſtand, einen här⸗ tern Kampf gekämpft, als jenes Luftgeſpenſt mit ſeinen weißen Wolken. S iſt nun vorüber, und ich will Ihnen nur kurz


