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erzählen, daß wir auf der Rhede zu Buenos⸗Ayres Anker warfen, daß wir den mächtigen Silber⸗ und Paraguayfluß heraufſchifften, und unfern von Dios Padre mit einigen Geiſt⸗ lichen und ihrem Gefolge zuſammentrafen, die ſich ebenfalls den Fluß heraufbegaben. Der Eine von ihnen iſt ein vor⸗ nehmer Geiſtlicher Ihres Ordens aus Cordova; der Andere Rector des Collegiums zu Aſſumcion. Sie geſellten ſich zu unsz ihre Ruderer ſind zahlreicher als die unſerigen, geſchick⸗ ter und gehorſamer. Sie erfuhren unſere Namen bald, und der Rector erzählte hierauf von Ihnen und dem Senator: daß Sie beide nach der Doctrina Santa Dominica abge⸗ gangenz Sie, um eine Handelslieferung zu bewerkſtelligen; der Senator, um ſeine angegriffene Geſundheit wieder her⸗ zuſtellen. Dieſe Nachricht beunruhigte Juſtine, und verdop⸗ pelte ihre Begierde, ſchneller fortzukommen, den Vater eher zu ſehen. Der Zufall will, daß die Väter Jeſuiten ebenfalls hieher ihre Reiſe richten. Wir blieben daher auf der Parana auch beiſammen, und ich flog auf einem raſchen Pferde vor⸗ aus, unſere Ankunft anzuſagen, und den Senator vorzube⸗ reiten, damit die unvermuthete Freude ſeiner geſchwächten Geſundheit nicht ſchade. Morgen, ſpätſtens zu Mittage kom⸗ men die Freunde nach, um die Gaftfreundſchaft von Santa Dominica anzuſprechen.“—
„Ich heiße ſie im Voraus, und im Namen meines freund⸗ lichen Wirtbs, willkommen;“ ſagte Münzner mit niederge⸗ ſchlagenen Augen und zögerndem Tone:„Nur Schade, daß gerade in dieſem, ſo fröhlichen Augenblicke, der gute Senator nicht zugegen ſeyn kann.“
„Nicht, mein Vater? Wo iſt er?“


