Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1838)
Entstehung
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ihrer Ohnmacht nicht verlaſſen hatte; weigerte ſich, mit dem Kapitän die Reiſe fortzuſetzen. Pardieu! ſagte endlich der leichtſinnige Franzoſe, dem es in ſeiner Gattin Nähe ſehr bange und unfriedlich zu werden ſchien: ſo weiß ich kein Mittel, als Ihnen, meine Schöne, einen geliebtern Stellver⸗ treter beizugeſellen. Monſieur Leblanc, wendete er ſich mit ſcherzender Liebenswürdigkeit zu mirSie ſind ein Galant homme, der in den groben Rock nicht paßt. Kraft der Gewalt, die ich in meinem Depot ausübe, ſchenke ich Ihnen die Freiheit, und werde Ihre Ranzion gegen meinen Fürſten beſtreiten. Vollenden Sie dafür meine Ritterpflicht gegen Mademoiſelle. Ihre Herzen ſtimmen überein, und mein Auge hat mich nicht getäuſcht. Führen Sie jedoch nicht minder Madame Lainez recht weit, in Regionen hinweg, wo ſie recht glücklich ſey; ſo unausſprechlich glücklich, daß es ihr nie wieder einfalle, heimzukehren, und ihren Gatten ſo empfindlich zu erſchrecken. WMeinem Dank, ſo wie dem Jammer, den die Lainez anhob, zu entweichen, warf er ſich in den Wagen, und ließ mir eine Börſe zur Fortſetzung der Reiſe zurück, die ich nur annahm, weil ich Juſtine von jedem Hülfsmittel entblößt, und den Senator zu Amſterdam glaubte. Dieſer würde unfehlbar die Ehrenſchuld ſogleich getilgt ha⸗ ben! Aber.. nun weiter. Was übrig bleibt, iſt wenig. Wir ſetzten die Reiſe mit Eilpferden fort. Juſtine verklärte ſich in der Hoffnung, den geliebten Vater wieder zu umarmen. Die Lainez weinte in einer Stunde eine Sünd⸗ fluth, trocknete ſie in der andern; verwünſchte in der dritten ihren Mann und ſeine Unverträglichkeit, lachte in der vierten herzlich über die unvermuthete Ueberraſchung, und ſchwor und vogelfrei gegeben, V nicht zu