wie kommen Sie hieher, meine Schöne?“— die Lainez glaubte, in die Erde ſinken zu müſſen.—„Das Abentheuer nimmt eine üble Wendung;“ ſagte der Kapitän hierauf halb lachend, halb bitter zu mir:„die Eine,(Juſtine) die mir gefällt, wird von Dir mit verliebten und argwöhniſchen Blicken ge⸗ hütet, und die Andere... bei'm heiligen Georg!'s iſt meine Frau!“
„Die Lainez weinte heiße Thränen. Juſtine ſtaunte; ich nicht minder.“—
„Ei, Madame!“ fuhr der Kapitän fort:„wie erging es Ihnen, ſeit wir uns trennten? und erinnerten Sie ſich nicht, daß wir uns heilig zuſagten, uns nie wieder zu ſehen? Ich geſtehe, daß nur der Zufall dieſe Rencontre herbeigeführt, aber es iſt doch ein verdrüßllicher Zufall. Mußte mich ein Duell aus Frankreich verjagen, und unter meinem Ca⸗ detnamen in fremden Dienſten nach Deutſchland führen, damit ich Sie, meine Charmante, wiederfände? Genug, keinen Au⸗ genblick mehr mit Ihnen!— Er ſprang empor,— ich hielt ihn auf. Was ſoll aus den Frauen werden? fragte ich für Juſtine beſorgt.— Sollen wir ſie ohne Schutz, ohne Führer hier auf der Straße nach Amſterdam laſſen? Vollen⸗ den Sie Ihr Werk, Herr Kapitän, wie ein ächter Edelmann. Eben deshalb! antwortete er frivol: Ich habe mein heiligſtes Wort verpfändet, nie mehr mit dieſer Dame, die einſt die Meinige war, zuſammen zu weilen; nicht eine Stunde, nicht eine Viertelſtunde, und ein Edelmann hält ſein Wort. Dar⸗ um,— wenn Mademvoiſelle ſich mir nicht allein anvertrauen, und das intriguante Weib hier ihrem guten Glücke überlaſſen will, ſo laſſe ich die Parthie unbeendigt.— Juſtine weigerte ſich nun auf's Heftigſte, die Lainez zu verlaſſen, die ſie in


