Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1838)
Entstehung
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wilden Jäger warfen ſich erſt unter Dach und Fach von den Thieren, denn draußen fiel der Regen dicht; und der Hinter⸗ mann des Doppelreiters ſtürzte mit Jubelgeſchrei an Tavers Bruſt. Dieſer konnte ſich des Andrangs nicht erwehren; doch eben ſo wenig den in einen verftellenden Indiermantel von Palmblätterzeug Gewickelten alſobald erkennen; bis dieſer den Mantel fallen ließ, die Haare aus dem Geſichte ſtrich, und dem Ueberraſchten den Ausruf entpreßte:James! James! wie kömmſt Du hieher? Welch' ein Gottesengel führt Dich in meine Verbannung?

James weinte einen Strom von Thränen an des Pflege⸗ vaters Halſe, und konnte nicht ſprechen, nur ſchluchzen, nur ſeufzen, nur hellauf weinen, bis Pater Luis beide bei den Händen ergriff, und nach dem Innern des Hauſes führte. Euer Gefühl iſt für die Neugierde der Stierſchlächter zu gut! ſprach er:weint und ſprecht Euch hier aus, meine Freunde, denn die Einſamkeit iſt ſowohl für die, die da kla⸗ gen, als für die, die ſich im Herzen freuen!

Er verließ, beſcheiden und ſchweigend, die eng Umarm⸗ ten. Sie vergaßen des brüllenden Donners, des tobenden Regens, des bebenden Hauſes, das unter Sturmesgewalt zu weichen drohte. Münzner konnte ſich am Geſichte ſeines Pflegeſohns nicht ſatt ſehen, und tauſendmal wiederholte er die einfachen Worte:Du hier mein Sohn? Du hier guter James! ehe es ihm einmal einfiel, nach der Art und Weiſe, wie Alles ſich zugetragen, zu fragen. Endlich geſchah es doch.

James erwiederte:Da Sie geſchieden waren, konnte ich dem Superior nicht folgen. Ich konnte nicht. Ich rettete jedoch den Senator!