Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1838)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

10

Was wollen denn Sie beginnen, frage ich; verſetzte Luis.Der Wind beugt ſchon um und um die Palmen nie⸗ der, und Sie wollen ihm trotzen? Kommen Sie in's Haus. Beunruhigen Sie mich nicht.

Der Gedankenvolle ſtand mechaniſch auf.Ich gehorche; ſagte er:ob es mir gleich lieber wäre, von dem Wetter⸗ winde in die Haide, wo der Tiger ſtreift, oder in die Wellen des Stroms getragen zu werden.

Welche Reden für einen Chriſten und einen Geiſtlichen! verwies ihm Pater Luis ſanft und ernſt:laſſen Sie Ihren Beichtvater dergleichen nicht zum zweitenmale yören!

Ich redete ehedem, wie Sie, mein Vater! antwortete der Gaſt:aber ſeit acht Tagen hat ſich ſo vieles anders ge⸗ macht

Gottes Schickung! tröſtete der Pfarrer;zhalten Sie darauf, Pater Taver, und kommen Sie herein. Ihre Mieth⸗ reiter kommen zurück, und nach ihrem Geſchrei zu urtheilen, muß der Fang beträchtlich geweſen ſeyn: wir wollen die Häute im Magazine unterbringen.

Die Ausſicht auf das Geſchäft war dem trüben Gaſte willkommen. Die Pforten des Lagerhauſes, dieſer Vorraths⸗ kammer für die ganze Niederlaſſung, wurden aufgeriegelt. Die heimkommenden Indianer ſprengten in bunter Reihe heran, warfen ihre Ladung von Fellen zum Boden nieder, und rannten von dannen, dem Gewitter zu entkommen. Auf ſo unordentliche Weiſe war die Beute bald niedergelegt, und Pater Taver ſtand berechnend zuſammen mit dem Anführer der Erpedition in die Savannen, als noch ein Nachzügler⸗ trupp von Reitern kam, deren Pferde ſchwer bepackt waren, und von welchen einer zweimänniſch auf dem Gaule ſaß. Die