Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1838)
Entstehung
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wild und ſchwarz über die Parana her, und die fernen Berge hängen voll Nebel. Fort, Gejenk!*)

Der Strauß trabte ruhig nach der Scheune, die hinter ihm verriegelt wurde. Das Reh folgte dem Herrn in die Hausflur. Ines zog die Laden an den Fenſtern zu, und ſagte indeſſen, bedächtig innehaltend:Wenn nur der Fremde noch ankömmt, bevor das Wetter losbricht. Es wird einen fürchterlichen Sturm geben.

Welcher Fremde Ines?

Das Mädchen lächelte verlegen.Er ſcheint mir kaum ein Spanier zu ſeyn, ſagte es alsdann, und ſeine bräunliche Wange röthete ſich merklich:er ſpricht nicht ſo gut ſpaniſch wie wir. Ich begegnete ihm draußen an den Tabaksfeldern; ich holte ihn nämlich ein, im Heimkehren begriffen. Der arme junge Mann ſaß traurig bei ſeinem Pferde, das im Niederſtürzen ſich den Fuß verſtaucht hatte. Freilich war der Herr unklug, daß er nicht, wie unſere Leute, einige Pferde auffing oder mit ſich nahm; indeſſen hatte ich doch Mitleid, und wahrlich hätte ich nicht dem ſchnellen Reh zu folgen gehabt, mein eigen Pferd hätte ich dem jungen hübſchen Herrn abgetreten. Er fragte, ob er nach Santa Dominica komme, wenn er weiter ginge, und ich bejahte es, und wieß ihn an die Ochſenfänger, die ſich in weiter Ferne und im Staube ſehen ließen. Sie werden ihn wohl auf ein Pferd genommen haben, und mit ihm auf dem Wege ſeyn. Eilen ſie jedoch nicht, ſo iſt der Sturm viel ſchneller als ſie.

Ein dunkelrother Strahl, der aus den Wolken fuhr, und von einem grellen Wetterſchlage begleitet wurde, bekräftigte

*) Des Straußyogels Name in abiponiſcher Mundart.