Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 2. Band (1838)
Entstehung
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vollends zu Seinem Freunde machen, wenn Er aufgeweckt

und munter iſt. James bückte ſich, und wußte, auf geſchickte 6 Weiſe das Kasket in Stirn und Auge drückend, dem umher⸗ faſelnden Pahlens ſein Geſicht auf's Beſte zu verbergen. ach einigen Worten empfahl ſich der Offizier, und James igte ihm dienſtpflichtig. Der Schlüſſel tragende Thürmer geleitete ſie hinab. ſchnell hüpfte nun Inſtine aus ihrem engen Zimmer! wie i tanzte ſie auf der Gallerie umher! wie ver⸗ ächtlich ſah ſie auf die düſtere Stadt, wie wonnetrunken auf die fern hinziehenden Heerwege nach Weſten, wohin der väterliche Ruf ſie beſchied. Sie fürchtete keine Tücke don James! ſie rechnete auf das Uebergewicht, das ſie über die Handlungen des Jünglings ſtets behauptet.. und nur nach Freiheit, nach Vereinigung mit dem geliebten unglücklichen Vater, lechzte, alle Bedenklichkeit vergeſſend, ihre Bruſt.

Und als Pahlens zurrückkam, mit abgeſchmackter Schmei⸗ chelei ihr näher trat, und den erbärmlichſten Witz, die trau⸗ rigſte Galanterie an ſie verſchwendete, als ſpäter auch die Lainez erſchien, und ihr in einer wohlgeſetzten Lüge er⸗ zählte: ihr Vater warte ihrer zu Steinſtadt mit dem grök⸗ ten Verlangen, und Pahlens werde ſich ein Vergnügen daraus machen, ſie hinzubringen, da lächelte ſie kindlich unbe⸗ fangen; die Liſt ſprach nicht aus ihren Augen, die kraufe Stirn verrieth keinen Ernſt, keine prüfende Ueberlegung. Sie ſchien die Vertrauende zu ſeyn, die Einwilligende, die Zufriedene. Die Verbündeten glaubten ihr Spiel gewonnen, und nie war es ſo troſtlos verloren.

Am Nachmittage führte der von Juſtinens Nachgiebigkeit bezauberte Pahlens ſelbſt einen Balſamhändler auf den Thurm, deſſen verſchmitzte Augen wie Blitze aus dem bleichen

Geſichte ſtrahlten.