Entzucken zogen auf ſeinem Geſichte die fröhlichen Wimpel auf. Juſtine, ihm verbindlich zunickend, winkte ihm, bebut⸗ ſam zu ſeyn. Er legte beide Hände auf die Bruſt, ſah ſie voll Liebe an, und erwartete ihr Begehren.
„Ich bin gefangen;“ liſpelte Juſtine engliſch:„wenn
Ihr, Herr, kein Verſchworner der Lainez ſeyd, befreit mich;
doch behutſam.“
James, der bei dem Namen der Franzöſin eine Bewegung des Abſcheus nicht hatte unterdrücken können, antwortete raſch und ohne zu überlegen:„Mit Gottes Hülfe, Miß.“
„Mein Vater?“ fuhr zaudernd und ahnend Juſtine fort: „meine Zukunft? erfuhrt Ihr Nichts? darf ich Euch vollends vertrauen?“
Die Sporen des Offiziers erklangen, des Thürmers gellende Stimme erſcholl; James winkte der holden Bitten⸗ den, ſich zurückzuziehen. Sie ſtellte ſich hinter den offenen Fenſterflügel, den Engländer im Auge behaltend, der ſich wieder an das Geländer lehnte, den Blick gleichgültig gegen Pahlens Taubenſchlag kehrte, und nach ſelbſterfundener Melodie ein Liedchen ſang, das— nicht künſtlich in Strophen und Reim geſchnitten— in ſeiner Nationalſprache dem Mäd⸗ chen zu wiſſen that, was ihm noth war: daß der Senator gerettet, daß er ſie nach Amſterdam veſchieden, daß James⸗ ihre Spur verlierend, beinahe in Verzweiflung gerathen; daß er die Lainez haſſe, Juſtinens Schickſal bedaure, und Alles zu ihrer Befreiung und zu ihrer Rücktehr zum Vater aufbieten werde. Die Thore der Stadt ſeyen wieder offen⸗ und Juſtine würde noch am Nachmittage Nachricht erhalten.
Juſtinens Buſen erzitterte von Wonne. Der Offizier machte jedoch dem improviſirten Liede ein Ende.„Brav;“ ſagte er in ziemlich ſchlechtem Deutſch:„ich ſehe doch⸗ daß Seine Melancholie ein Ziel hat⸗ Wenn der Geſang auf die Zunge hüpft, wird auch das Herz ruhig. Er wird mich


