Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 2. Band (1838)
Entstehung
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Thränen meine Speiſen ſalze, und täglich und nächtlicherweiſe von Morpheo verlaſſen werde. Wenn mir die ehrwürdigen Patres die Holdſelige zur chelichen Hausfrau geloben woll⸗ ten, auf das Vermögen thäte ich Verzicht, und baute irgendwo mein ſtilles Arcadia an. Könnte ich alsdann in irgend einem Dome Organiſt werden, ſo ſollten die dank⸗ barſten Liebesgötter meine Regiſter handhaben.

Sie ſind eigennützig, Monſieur Pahlens; entgegnete die Lainez empfindlich.

Ich opfere auch Alles auf, bis auf die Braut, die ich dorire; ſagte der Geck:wenn es herauskömmt, daß auch

ich den Staub des Lutherweſens abgeſchüttelt, ſo würde ich's nicht läugnen, und folglich meinen Bündel ſchnüren müſſen,

und von denen Musis erwarten, wo ich wieder meinen Un⸗ terhalt fände. Nicht wahr? Wäre hingegen Jungfer Juſtine meine Verlobte... vraiment! noch heute ſagte ich auf, zöge morgen ab, und erhielte alsbald meinen Abſchied, weil ſich Zehne für Einen um meinen Dienſt bewerben.

Das Mädchen will ſeinen freien Willen haben, Monſieur Pahlens.

Recht; beſte Madame. Sie ſoll meine Devotion erkennen lernen, und wenn ſie meine liebesluſtigen Sentiments erfährt, wird ſie nicht unempfindlich bleiben. Die Zeiten ſind anders. Der Papa davon gelaufen.. die Mama, die ſie einſperren will; aufder andern Seite dagegen der niedliche Pahlens, ein Virtuoſe auf vielen muſikaliſchen Inſtrumenten und heftig verliebt;. ich bin gar nicht bange zu reuſſiren, wenn Sie mir Ihren Beiſtand nicht verſagen, und ein acht Tage hier oben verweilen.

Warum nicht gar? Sie müſſen uns ſo ſchnell als moͤglich wegbringen. Man gibt vor, ihr Vater habe ſie beſchieden..