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„Der Herr wird mich erhören. Meine Angſt wird ihn finden! Laſſen Sie mich!“
„Sie machen ſich unglücklich! Der Senator hat ohne Zweifel die Stadt verlaſſen!“
„Gleichviel! Ich ſuche ihn auch nicht in dieſer Stadt!“
„Sie ſind aber hier eingeſperrt. Alle Thore ſind geſchloſ⸗ ſen; Niemand wird ohne die ſtrengſte Unterſuchung hinaus gelaſſen. Man kennt Sie! man wacht ſorgfältig über die Angehörigen des Senators. Man wird Sie zu Ihrer Mutter
bringen!“
Dieſe Nachricht lähmte Juſtinens Kräfte. Mit einem tiefen„Ach!“ griff die Wankende nach der Hand der Fran⸗ zöſin, die mit ihr indeſſen an die Ecke der Straße gekommen war, und dringend weiter redete:„Aufſchub iſt's, den Sie gewinnen müſſen! Laſſen Sie die erſten Tage der Unruhe vorübergehen! Sie werden ohne Zweifel Nachricht von dem Vater erhalten! Rauben Sie ſich jedoch nicht die nöthige Freiheit, ihm alsdann folgen zu können. Vertrauen Sie ſich mir. Auch ich bin verfolgt, fürchte ich; auch mich verdäch⸗ tigt mein Aufenthalt im Johanniterhofe, obgleich meine Seele rein an jenen Umtrieben iſt, rein wie ein Sonnen⸗ ſtrahl. Ich weiß einen Ort, der uns Beide verbirgt, der uns für's Erſte den nöthigen Schutz verleiht. Folgen Sie mir. Sie werden daſelbſt ſichrer ſeyn, als unter den Augen Ihrer Mutter, die vielleicht Schuld an dem ganzen Unheile trägt, das Ihren Vater betroffen hat.“
„Lieber in den Tod als zu dem deſpotiſchen Onkel,— als zu der Mutter, deren Vorwürfe mich umbringen wür⸗ den!“ rief Juſtine:„ich will noch einmal an Ihre Aufrichtig⸗ keit glauben. Bringen Sie mich von hier!“


