Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 2. Band (1838)
Entstehung
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Welcher andere Ort wäre wohl ihre Stelle geweſen? Ihr Vater verbannt? Welche Pflicht erſchien ihr theurer, als die, den Urheber ihrer Tage zu begleiten? Sie ließ, in ihre Stube eingeriegelt, den im Hauſe herumſtö bernden Schwager ihrer Mutter ſeinem überläſtigen Geſchäfte ob⸗ liegen. Sie packte während deſſen ihr erſpartes Geld, ihre Kleinodien zuſammen; ſie erwartete mit Herzklopfen den Augenblick, in welchem die Wege zur Flucht rein ſeyn wür⸗ den; er kam. Sie entſchlüpfte; ſie eilte die Treppe hinun⸗ ter. Nirgends mehr eine Wache; das Comtvir verſchloſſen, und den Vuter auf dem Bürgergewahrſam aufzuſuchen ihre Aufgabe.

Das Gewitter des Morgens ſendete noch immer fürchter⸗ liche Regengüſſe. Ihrer nicht achtend, trat Juſtine aus dem Hauſe. Eine Frau ftürzt ihr entgegen; die Lainez.Wohl mir, daß ich Sie finde! ſagt dieſe athemlos:Sie glauben mich im Unrecht. Aber Sie ſollen ſich vom Gegentheil über⸗ führen. Ich habe den Moment erſpäht, Sie zu retten. Kommen Sie mit mir, wenn Sie nicht nach Ihrer Mutter verlangen!

Ich verlange auch nicht nach Ihnen! antwortet Juſtine⸗ und will ſich von der Franzöfin losmachen:laſſen Sie mich! mein Vater iſt im Gefängniß! ich will ich muß zu ihm!

Zu ihm? Sie wiſſen alſo nicht?. 4

Was, Madame?

Ihr Vater iſt entwiſcht; Niemand weiß, wohin!

Entflohen? Gott ſey gelobt! Adieu, Madame, ich folge ihm!

Vie? ohne Spur? ohne Rachricht?