Der Trompeter bläst. Steigen Sie auf, und machen Sie meinem Gaul keine Schande. Er geht auf's Wort.“
Indeſſen hatte James dem Senator zugeflüſtert:„Ich brauche kein Geld, lieber Herr, und indem Sie mir das trauliche„Du“ gaben, haben Sie die Hälfte Ihrer Schuld abgetragen. Leben Sie wohl! Gott mit Ihnen!“
Der Senator wurde auf's Pferd gehoben, und trabte majeſtätiſch zwiſchen den Reitern durch Stadt und Thor, welches die Stadtſoldaten gefällig und gehorſam vor dem gefürchteten Feldzeichen aufriſſen.
Juſtine wußte von all' dieſen Begebenheiten nicht das Geringſte. Einer ſchüchternen Unentſchloſſenheit hingegeben, batte ſie in ihrem Zimmer ſich verborgen, um ſich zu faſſen. Der ſcandalöſe Auftritt in der Kirche, die Verhaftung ihres Vaters, die Ungewisheit ihrer zukünftigen Lage, beſtürmten zugleich ihre Sinne, daß ſie auf einen Augenblick die Selbſt⸗ ſtändigkeit ihres Charakters vergaß. Die Stimme ihres Vetters, der endlich ſich vernehmen ließ,— der die Treppen heranſtieg, um die Effekten ſeiner Schwägerin in Beſchlag zu nehmen, der von Verſchließung aller Gemächer redete, der rauh und ungeſchliffen ſich bei allen Domeſtiken nach ſeiner Verwandten Juſtine erkundigte, um ſie in ſein Haus, zu ihrer Mutter zu führen,— dieſe Stimme raffte Juſtinens Muth zuſammen. Dem eigenwilligen Mädchen erſchien plötzlich nichts auf Erden ſchrecklicher, als unter die Vor⸗ mundſchaft dieſes Menſchen treten zu ſollen, den es längſt gehaßt hatte; unter die Leitung einer Mutter, die es von ganzem Herzen mißachten mußte. Juſtine zauderte nun nicht mehr; ſie hoffte nicht ferner auf eine Eingebung von Oben: ihr Entſchluß war plötzlich gefaßt. Ihr Vater im Kerker?


