Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 2. Band (1838)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

156

Während Einer ging, die Monturſtücke herbeizuſchaffen, und der Andere, die Gäule aufzuzäumen, umarmte Müſſin⸗ ger kraftlos ſchwankend den Jüngling.Nehmt die Hälfte meines Geldes! ſagte er, die Brieftaſche hinreichend. Ja⸗ mes ſtieß ſie mit glänzendem Auge von ſich.Ich will ſchon meinen Lohn fordern, wann es Zeit ſeyn wird! antwortete er, half dann dem willenloſen Senator ſeine Verwandlung vollenden, drückte ihm an Statt der Perücke den Helm auf den Kopf, und empfahl ihm, das bartloſe Kinn tief in den Radmantel zu ſtecken. Indem er ihn unterſtützte, um ihn zum Pferd zu geleiten, rief Müſſinger, wie aus einem Traume auffahrend:Juſtine! meine Tochter! Sie bleibt zurück; und hat doch geſchworen, ſich nie von mir zu trennen! Edelmü⸗ thiger Menſch! wollt Ihr die Krone auf Eure That ſetzen, und die Angſt meiner Tochter endigen? Mein Buchhalter ſoll ſich ihrer annehmen, er ſoll ſie mir nachführen... nach Amſterdam, zu van den Höcken, wo ich ihrer ſehnſuchts⸗ voll warte!

Es ſoll geſchehen, Ew. Edeln, verſicherte James:ich werde ſie aufſuchen; will's Gott! auch ſie retten, Ihnen nachſenden. Gott geleite Sie.

Armer Menſch! klagte Müſſinger:wie laſſe ich Dich zurück? Du haſt Deine Freiheit, Dein Leben um meinet⸗ willen verkauft. Schreibe, melde mir, ob Geld Dich wieder befreien kann, und ich

Poſſen! rief der Wachtmeiſter ärgerlich dazwiſchen: war er ein paar Wochen zu Pferde, ſo begehrt er's nicht mehr anders. Aber zu Pferde, Herr, zu Pferde müſſen auch Sie, damit meine Burſche um RMittag zurück ſeyn können.