Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 2. Band (1838)
Entstehung
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Indeſſen kamen zwei Perſonen herbei, die viel Verwir⸗ rung in den Auftritt brachten. Der Erſte, ein Schwager der Senatorin, zu dem die bösartige Frau ſich geflüchtet und welcher erſchien, um deren Eingebrachtes zu reklamiren: der Zweite, der Comtvirdiener Berndt, den Neugierde und Schrecken zu kommen vermocht hatten. Der Schwager der Senatorin miſchte ſich mit vielem Lärm und aufgeblaſenem Benehmen in die Geſchäfte der Commiſſarien, und dieſe hiel⸗ ten es für gut, den Diener Berndt verhaften zu laſſen, weil gegen ihn der Verdacht obwalte, auf vorläufigen Befehl ſei⸗ nes Principals aus der Kirche entwichen zu ſeyn, und das Pult geſprengt zu haben, um die ſchwerſten Indicien, ſowohl des Katholicismus, als des Lottoſpiels, als der Seelenver⸗ käuferei, aus dem Wege zu räumen. Während nun der un⸗ ſchuldige Comtoriſt deprecirte, und die Hatſchiere Gewalt

brauchen mußten, den jungen Mann, der ſeiner philadelphi⸗

ſchen Sanftmuth gänzlich vergaß, feſtzuhalten, während der Senatorin Verwandter ſeinerſeits ſchrie und die Com⸗ miſſarien übertäubte, die Zuſchauer ſich um dieſe Scene drängten, ſtießen, und kleine Debatten unter ſich ſelbſt hiel⸗ ten, erwiſchte Jemand den Senator Müſſinger bei'm Kleide, und zog ihn mit kecker Fauſt in das Gedränge, durch das Gedränge, und Niemand bemerkte es im Tumult. James war der Kühne.Kommen Sie! flüſterte er dem Staunen⸗ den dringend zu, riß ihn durch den Ausgang, unfern von der bewachten Treppe vorbei in den Hof, nach der Hinter⸗ thüre, klinkte ſie auf, und nun ſtracks mit dem Geretteten fort durch das öde Gäßchen.

Wohin, wohin, mein Freund? fragte Müſſinger athemlos.