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„Welche unſelige Grille beherrſcht das Weib nun wieder!“— ſagte der Senator empört, aber wie mitleidig die Achſeln ziehend;—„Iſt denn wohl ein Hausvater in dieſer Stadt, der unglücklicher wäre, als ich? Dieſe ſtumpfſinnige antippe, die mein Leben verbittert..
Juſtine flog mit thränendem Auge an ſeinen Hals, und fragte:„Lieber Vater! Sind Sie denn auch mir böſe? Verdiene auch ich Ihren Unwillen?“
Der Senator ſah ſie gerührt an, ſchob ſie dann, plötzlich verfinſtert, von ſich, und antwortete:„Unter Deinen Fehlern vermißte ich wenbgſtens bis heute die Heuchelei. Nun tritt auch dieſe hervor. Ungerathene mit dem Unſchuldsblick! Wohin haſt Du Dich verirrt? Mit einem jungen Manne, der mein Vertrauen verräth, biſt Du am frühen Morgen auf den Gaſſen der Stadt geſehen worden.— Bekenne! wohin führen dieſe Gänge? und ſeit wann?“
Juſtine erbleichte ein wenig; allein ſie war bald wieder gefaßt.„Berndt hat mich verläumdet;“— ſagte ſie ruhig; „der Schleicher trat auf meinen Ferſen in das Haus. Glau⸗ ben Sie dem Menſchen nicht. Verlangen Sie jedoch nicht, daß ich Ihnen mehr von dem Morgengange ſage, als daß er nur ein einzig Nal— Geſtern— ſtatt gefunden, und daß ich die Hütte einer Armen aufgeſucht. Um Alles Uebrige befragen Sie, wann es Ihnen gefällt, den Monſieur White ſelbſt.“
„Welch ein kühnes Vertrauen!“— rief Müſſinger;— „Ich will glauben, daß noch die Sünde nicht mit Euch ging. Was ſoll abe daraus in Zukunft werden? Du wirſt, hoffe ich, nicht den thörichten Gedanken hegen, den bettelarmen Baronet,— obendrein zu einer Zeit, wo Dich noch andere


