Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 2. Band (1838)
Entstehung
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der nichts Geringes im Schilde führte, die ſchleichende Zeit und ſeinen Unmuth. Die Hausthüre gieng auf; der Senator kam heim. Mit einer vertraulich patzigen Verbeugung em⸗ pfieng ihn Nothhaft an der obern Treppenſtufe, und ſein Herz lachte im Stillen, denn ſein Benehmen ſchien zu wirken. Der hochfahrende Senator hatte völlig die Miene eines vetretenen Kindes angenommen. Seine Stirne lag zwar glatt und freundlich; aber in den Augen ſaß eine gewiſſe unerklärliche Demuth, und ſeine Stimme war lammfromm und gemäßigt.

Was verlangt Er, mein Sohn? fragte der Senator, nachdem er den Commis in ſeine Stube gewinkt; und ſtolzer hielt Nothhaft ſein Haupt, und nachläßiger ſpielte er mit dem Uhrbande.

So geputzt? fuhr Müſſinger fort, mit niedergeſchlagenen Augen den umherſchweifenden des Dieners ausweichend:Ich wette darauf, der junge Herr will mich beſänftigen, daß

ich nicht zürne, weil er bereits zween Tage lang gefaullenzt

hat? Danke Er Gott, Monſieur, daß ich nicht ſo ſtrenge wie der Buchhalter bin, und mich überhaupt heute in einer Laune befinde, die mich nicht leicht zum Janken kommen läßt. Es ſey Ihm Alles vergeben, aber continuire Er dafür in Seinem vor gen Fleiße.

Es hat ſic hier Nichts zu vergeben, Herr Senator und geſchätzteſter* netpal, antwortete Nothhaft ziemlich dreiſt und nachdrücklich;die Urſache meiner Abweſenheit von Dero Comtoir wird mich, ſo hoffe ich, ſehr genügend ent⸗ ſchuldigen. Ioh bin hier, um dieſelbe gebührend vorzutragen, da Ew. Edeln Geſchäfte geſtern und vorgeſtern mir Solches

unmöglich gemacht. Freilich ſollte ich gebührenderweiſe ſchwarz