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„Der bin ich,“ ſagte Litzach ſeufzend:„und Sie, mein Herr?“
„Ich bin Münzner;“ erwiederte der Doctor.
„Münzner?“ wiederholte Litzach, wie ſich befinnend, er⸗ griff dann des Doctors Hände, ſah ihm lange ins Geſicht, drückte dann einige Augenblicke, wie von Erinnerung ver⸗ klärt, die Augen zu, öffnete ſie wieder weit, und rief mit einem tiefen Athemzuge:„Weiß es Gott: das iſt Favers redliches, ehrbares Antlitz! Ach! habe ich denn das fröhliche Angedenken an Schul⸗ und Jugendfreundſchaft verdient? Wir haben uns„Du“ genannt, mein lieber, alter Taver! fürchte jedoch nicht, daß ich noch jetzt, wenn fremde Leute zugegen ſind, das„Du“ gebrauchen werde! Du biſt gewiß ein gelehrter und reicher Mann geworden, ich hingegen nur ein armer, verachteter Comödiant. Aber, erlaube mir, Dich wenigſtens in der erſten Stunde des Wiederſehens mit dem vertraulichen Namen zu begrüßen. Erlaube, daß ich Dich nur jetzo Bruder nennen darf; das wird mich erheben auf lange Zeit.“ 1
„Rede,“ mein armer Litzach!„Erzähle mir, was Dir ſeit unſerer Trennung begegnete.“
„Ich könnte hierauf antworten: Unglück, Unglück, Unglück! und Alles wäre geſagt; aber Du willſt, ich ſoll weitläufiger ſeyn, und ſo will ich Dir folgen, obſchon ich dennoch nicht viel Worte machen werde. Ich hatte meine Schulen perfekt durchgemacht, viel im Kopfe, und auch, Dank meinen ſpar⸗ ſamen Eltern, viel im Beutel. Das war ein Unglück. Ich hing die Viſſenſchaften an den Nagel, lebte in Hülle und
Fülle, verſuchte es im Kriege bei einer Freiparthie, und kam
endlich ganz herunter. Der Kaſten war leer, der Kopf wüſt


