Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 1. Band (1838)
Entstehung
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machen, da, wie ich ſehe, ein Freund, den ich hieher beſchied, uns zu ſtören kommt.

Meinetwegen! ſagte Nothhaft, des Doctors Hand ſchüttelnd:Auf Morgen alſo. Ew. Edeln, fehlen Sie nicht, ich werde auf dem Platze ſeyn.

Er ging, und Litzach, der ſchon vor einigen Minuten auf der Mailbahn erſchienen war, kam. Der Doctor hatte Mühe, den Mann unter der übertrieben großen Perücke, dem pfir⸗ ſichblüthfarbigen Sammetkleide mit Seidenſtickerei verbrämt, zu erkennen. Das hagere, kummervolle Geſicht des Schau⸗ ſpielers paßte ſo wenig zu dem Staatsrocke, als die un⸗ ſcheinbaren Strümpfe, der zerknitterte Hut und die unmäßige Bandſchleife, die vom kurzen Degen in verblichenen Farben herniederhing.

Setzt Euch, mein Herr! ſagte der Doctor voll mit⸗ leidiger Höflichkeit:Für's Erſte: erzählt mir, wie es in Euerm Hauſe ſteht!

Meine Alte lebt noch, antwortete Litzach:der Doctor meint jetzo, ſie werde am Leben bleiben, und Gott ſey ge⸗ prieſen dafür. Mitleidige Menſchen haben meine Hütte mit ihren Wohlthaten erfüllt, und der Principal machte mir ſo eben das ſchmeichelhafte Kompliment: ich hätte meine Lazzi noch nie ſo gut gemacht, als heute. Die Leute haben viel gelacht, und der extemporirte Spaß floß mir nur ſo vom Munde. Gottlob! ich varf yoffen, daß mich der Impreſar behält.

Das Alles⸗ macht mir Freude, verſetzte der Doctor: Ihr mögt wiſſen, Monſieur, daß ich Euch ſchon lange kenne, wenn Ihr der Litzach ſeyd, der auf der Jeſuitenſchule zu Augsburg ſtudirte.