pflegte, nachdenkend die Augen. Der heutige Tag war jedoch ganz dazu gemacht, ihm die Unterhaltung der verſchiedenſten Art zu bereiten. Ein raſch daherkommender Mann nahm geräuſchvoll neben ihm Platz.
Der Doctor erkannte, aufblickend, in dem Nachbar des Senators Comtvirdiener Nothhaft. Der Menſch, dem der Doctor als ſolcher unbekannt war, befand ſich heute in gar aufgeregter Stimmung, und eine händelſüchtige, tückiſche Weinlaune ſprach aus ſeinen Augen und ſeiner Haltung. Um ein Geſpräch anzuknüpfen, das er zu wünſchen den An⸗ ſchein hatte, bot er dem Doctor eine Priſe Tabak. Dieſer verſagte.
„Brauchen ſich nicht zu geniren!“ redete Nothhaft ziemlich barſch:„s'iſt nichts Giftiges, nichts Schlafmachendes darunter.“
Der Doctor, um den Grobian nicht zu beleidigen, nahm
eine Priſe, ohne davon Gebrauch zu machen. Nothhaft be⸗
ſänftigte ſich, und verſetzte:
„Freue mich, Dero Bekanntſchaft zu machen. Ew. Edeln ſind ohne Zweifel fremd auf hieſigem Platze?“
„Nicht doch, mein Herrz und dennoch mögen Sie Recht haben.“
Nothhaft ſtierte ihn verlegen an, lächelte dann, und fuhr fort:
„Recht gut geſagt, mein Herr. Juſtiſſime! Optime! Das iſt al' mein Latein! Wie finden Sie das? Wenn man in⸗ deſſen Geld hat,— er klopfte auf die klingende Taſche,— ſo braucht man die Schulfüchſerei nicht. He?“
Der Doctor nickte.
„Um aber wieder auf den Tabak zu kommen, ſo iſt eine prudente Vorſicht wohl vonnöthen. Da kommt oft ein Menſch


