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höre Sie aufmerkſam der Predigt zu; aber bewahre Sie Ihr kaum geneſenes Seelenheil mit geiſtlichen Stärkungs⸗ mitteln. So wird Ihr Mann beruhigt, und die Gemeinde ſchöpft nicht Verdacht.“
„Aber, Ew. Hochwürden: ich fürchte, das iſt Heuchelei!“
„Um einen guten Zweck zu erfüllen, iſt auch eine gewiſſe Heuchelei erlaubt. Beruhige Sie ſich, gute Frau. Wie ſtehts mit Ihren Kindern? Spürt Sie in dieſen keine An⸗ lagen zum Heil?“
„Ach Gott, nein, Herr Doctor. Die Buben ſind ſo roh, und die Tochter hat kaum die Confirmation überſtanden.“
„So laſſe Sie ab von Ihnen. Keine voreilige Vertrau⸗ lichkeit, damit die Kirche nicht in Gefahr komme. Sie muß wachſen, im Verborgenen, wie die Saat des Feldes. Ueber⸗ gebe Sie die Kinder ihrem Schicſale. Gott wird die Seinigen ſchon herausfinden.“
„Aber mich jammert, daß ſie verdammt ſeyn ſollen. Sie ſind doch meine Kinder, meine ehelichen Kinder.“
„Die Frage wäre erſt noch aufzuſtellen. Iſt Sie nicht katholiſch? Ihr Mann Proteſtant? Abgeſehen, daß ſolche paritätiſche Verbindungen an und für ſich nichts taugen, ſo könnte man gerade Ihre Ehe nicht gültig erklären. Sie wurde von keinem katholiſchen Prieſter eingeſegnet.“
„Herr Doctor...!“ ſtotterte die arme beſtürzte Frau.
„Gräme Sie ſich nicht. Ich will es ſo genau nicht nehmen. Aber laſſe Sie die Kinder den eigenen Weg gehen, und er— warte Sie alles⸗von der Zeit.“
Die Frau verneigte ſich wieder demüthig, und entfernte ſich. Der Doctor ſetzte ſich auf eine Bank, lehnte ſich an
die dahinter ſtehende Linde, und ſchloß, wie er zu thun


