Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 1. Band (1838)
Entstehung
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ſprach:Mein lieber Sohn; allzulange Du im Ketzerdienſte. Geh hinaus, und ſuche Dir ein beſſers Glück. Ich und alle heiligen Engel werden Dir den nöthigen Beiſtand leiſten. Sofort erwachte ich, und konnte nicht mehr einſchlafen. Wie ſehr ich jedoch grübelte, ein Mittel zu finden, die gnädigen Abſichten des Himmels zu erfüllen, ſo ſtumpf blieb dennoch mein Geiſt. Rathen Sie mir, was ſoll ich thun? Als Geiger oder Lautenſchläger in die Welt ziehen, oder etwa als Apoſtel der wahren Lehre? Das Letztere wäre mein Wunſch, allein mich feſſelt hier ein Sehnen und Wähnen, ein Hangen, ein Verlangen, das vielleicht ſündlich iſt, weil es eine Ketzerin zum Gegenſtande hat.

Was ſoll ich Euch ſagen, mein Sohn? antwortete der Doctor:Ich will die Erſcheinung, die Ihr gehabt, nicht be⸗ zweifeln. Wunder ſind allerdings möglich, und es wäre Frevel, ſie zu läugnen. So wahr es iſt, daß der göttliche Mittler dem heiligen Franziskus, die göttliche Mutter dem preiswürdigen Loyola in Perſon erſchienen, ſo läßt ſichs gar wohl denken, daß die unbefleckte Mutter auch zu Euch im Traum geſprochen; denn was Euch an der Heiligkeit jener Männer mangelt, das erſetzt Ihr durch glaubige Zuverſicht, und kindlichen Gehorſam. Jedoch, gerade, weil ich an dieſe Erſcheinung wahrhaft glaube, dächte ich, Ihr fordert durch eifrige Gebeterweckung den Himmel auf, Euch einen nähern Fingerzeig zu geben; bevor Ihr Euer jetziges

Amt von Euch werft, um in die Welt ohne Plan hinauszu⸗ gehen. Ein beſſerer Redner als ich, würde Euch ſagen daß Euer Lvos kein böſes iſt; daß Ihr beſſer thätet, ge⸗

rade auf Eurem einſamen Thurme ſitzen zu bleiben, und Euere Seele, gleich der eines Einſiedlers, zum wahren

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