Augenblicke, als Jalobinens Augen zufielen, nahm ſie dem in ſeinen Vortrag verſunkenen James das Buch aus der Hand, klappte es ſchnell zu, und ſagte, kurz abfertigend: „Laſſen wir's jetzt gut ſeyn⸗ Monſieur. Ich habe keine Luſt, und damit genug. Weil mein Vater es will, und Euch vielleicht an einem Verdienſte in unſerem Hauſe etwas ge⸗ legen ſeyn möchte, will ich wohl mich anſtellen, als ſey mir die Sache Ernſt. Spart Euch jedoch alle ernſtliche Mühe, denn ich kann Eure Sprache nicht leiden, folglich nicht ſpre⸗ chen. Adieu bis Morgen, Monſieur.“
James ſah die gar offenherzige Schülerin überraſcht an, biß ſich gekränkt in die Lippen, und erwiederte:„Wahrlich, Mademviſelle, aus Ihrem Munde hätte ich ein lieblicheres Wort erwartet. Mein Vater war ein Edelmann, und hat mir den Grundſatz eingeprägt, nirgends läſtig zu ſeyn, wo ich nicht nützen kann. Ich werde gehen; erlauben Sie je⸗ doch, daß ich das Erwachen Ihrer Mutter abwarte, um mich in der Form von ihr zu beurlauben. Bis dahin dul⸗ den Sie meine Gegenwart.“
„Ich wollte Euch nicht beleidigen, mein Herr,“ antwor⸗ tete hierauf Juſtine etwas beſchämt:„Vergebt, wenn ich die Worte vielleicht ſchlecht gewählt. Ich bin oft vorlaut mit Reden, die mich nachher renen. Eure Perſon wäre mir nicht ſo unangenehm, aber Eure Sprache pfeift und ziſcht ſo viel, ſie iſt ſo rauh, daß...
„Wundern muß ich mich,“ fiel James ſchnell verſöhnt ein,„daß Ihr Herr Vater, Ihnen und ihrem Wunſche ge⸗ genüber, mit Gewalt auf dieſer Sprache beſteht. Unluſt lernt und fördert nicht, aber die Zeit iſt verloren.“


