Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 1. Band (1838)
Entstehung
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gedient wäre. Doch iſt Dein Vergehen gewiß nur ein ſchlech⸗ ter Scherz, ſonſt wollte ich anders mit Dir reden. Sprächſt Du wahr, ſo müßte mein Vermögen heraus bei Heller und Pfenning, ſammt Zinſen und Zubehör. Ich würde mich nicht hinſetzen, Dir zu Liebe, und Grütze ſpeiſen, wie eine Tag⸗ löhnersfrau. Ich bin ein gutes Leben gewöhnt, und hätte hundert Männer haben können, die reicher und ſchöner wa⸗ ren, als Du. Darum fordere ich auch, daß Du mich halteſt, wie bisher, oder das Eingebrachte herausgibſt; ſonſt müßte ich klagen.

Des Senators Geſicht überlief Leichenbläſſe, und er bückte ſich ſcheinbar nach der entfallenen Serviette, um ſeine Verlegenheit und ſeinen Grimm zu verbergen. Dann ſagte er gezwungen gleichgültig:Recht, Jakobine. Deine Liebe iſt mir wieder recht klar geworden. Leider kann ſie ſich nicht ſo triftig vor dem Gerichte ausweiſen, indem wirklich mein Vorgeben nur Scherz war, um Deine Geſinnung auf den denkbaren Fall hin, zu prüfen.

Schäme Dich, eiferte, nun erſt zornroth werdend, die Senatorin:Ich dachte es gleich. Mir den Appetit in dem Grade zu verderben! Mir alſo die Galle zu reizen! Ich bin ohnehin die unglücklichſte Frau in der Welt, wenn ich nicht meine Seelenruhe und Bequemlichkeit habe! Gottvergeſſener, frevelhafter Mann! Juſtine, den Extract!

Juſtine, bereits angewieſen, wie bei ähnlichen Gelegen⸗ heiten, zu verfahren, ſtand ſchon mit der ſtärkenden Eſſenz vor der Mutter. Der Senator fuhr heftig vom Stuhle auf, ſummte das Marlborvugh-Lied durch die Zähne, und zog die Halsbinde weiter. Mit einem Male erblickte er, ſeitwärts unter der Thüre, den jungen Mann, den er am