Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 1. Band (1838)
Entstehung
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Mama geſagt: mein Geſicht ſey ihr fatal, und darum mußte ich am Tiſche den Platz verändern, damit ſie ſich nicht an meinem vis à vis den Appetit verderbe. Geliebt es Gott, wollen wir bald den Spieß umkehren. Wo ſie weint, will ich lachen.

Berndt ſtieß ihn abermals in die Seits, denn Senator und Buchhalter kamen aus dem Kabinet, mit entſchloſſenen Geſichtern, und ein Lehrling wurde gleich hinweg geſandt, Eilpferde für den Geſchäftsführer zu beſtellen; Eilpferde nach Amſterdam. Der Prinzipal händigte dem dienſtfertigen und erprobten Diener noch ein wohlverſchloſſenes Portefeuille ein, nahm von ihm Abſchied, und ging, da die Mittagsglocke im Hauſe läutete, mit ſeinem Komptoriſten zu Tiſche.

Die gewöhnlichen Bürgergerichte waren verzehrt, die Diener durch einen Wink von der bisher ſchweigſamen Tafel entlaſſen und eine koſtbare Gallertſchüſſel, aus welcher der Duft des Zimmts, und herrlichen Bordeaurweins ſtieg, wurde, nebſt den Platten des Nachtiſches, aufgeſetzt. Die Frau Senatorin wendete ſich leckerhaft vergnügt zu der rei⸗ zenden Speiſe; Juſtine ſchnitzte kichernd ein Eichhörnchen aus einem Mandelkerne; der Hausherr ſah trüb vor ſich hin, klopfte mit dem Meſſer an die ſilbernen Gefäſſe und brach endlich das Stillſchweigen mit einer Einleitung, auf die er lange ſtudirt haben mochte.

Was meiut ihr wohl, begann er mit erzwungenem Scherze,was meint Ihr, wenn auf einmal all' dieſes Silber und Porzellän zur Decke hinausflöge, und eitel irdene Leller auf dem Tiſche zurückblieben mit nothdürftiger Koſt?

Die Senatorin zuckte verächtlich die Achſeln ob dem mißlungenen Spaſſe. Juſtine rief lachend:'s wär' ein