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und Geſinde gern den Sturm auflodernder Hitze ertrugen⸗ um doppelt in der Milde zu ſchwelgen, die unmittelbar darauf das Engelherz der Zürnenden bethätigte. Der Vater war nicht ſo;— denn, that ihm die jache Härte manchmal ſelber weh, ſo verſchloß er, ſeinem Stolze nichts zu vergeben, das Gefuhl in ſich. Die Mutter glich eben ſo wenig ihrem Kinde; ſie liebte zwar Niemanden auf der weiten Erde, aber ſie haßte aus Gewohnheit; ſie verachtete mit jener ſtumpfen Stätigkeit, an der ſich, hat ſie einmal ein Ziel des Widerwillens erſehen, vergebens Belehrung, Erfah⸗ rung und Pflichtgebot verſchwendet. Juſtine, ein ſiebzehn⸗ jähriges Mädchen, früh entfaltet in Geſtalt und Verſtand, fühlte wohl dunkel und unbehaglich, daß ſie zwiſchen den getrennten Eltern ihren eigenen Weg wandle. Die Jugend aber, jene herrliche Zeit, in welcher man nur ſich ſelbſt, wenn gleich oft allzuviel, vertraut, ungeduldig in's Freie, in die Zukunft blickt, ſie ſetzt ſich über das Pein⸗ liche in naher Umgebung hinweg; ſchafft ſich ihre eigne Welt, und flicht die Mürriſchen, um ſich an Freundliche zu ſchließen. So kam es, daß Juſtine bald wie ein fremder Gaſt im Vaterhauſe wohnte, und größtentheils nur in dem Zirkel ihrer Jugendgefährtinnen lebte. Seit der Confirma⸗
ttion war es jedoch ein bischen anders mit Juſtinen gewor⸗
den. Nie hatte ſie noch ihren Vater ſo bewegt geſehen, als in dem Augenblicke, wo ſie, von der heiligen Handlung kom⸗ mend, in ſeinem Schreibſtübchen vor ihm auf die Kniee ſank, ihn bittend, ſeinen Segen mit dem des Himmels zu vereinen. Des Senators Stimme hatte gewankt, als er den Segen ausſprach; an's Herz hatte er die Tochter gedrückt, und, wie mit einein leiſen Vorwurf gegen ſich ſelbſt, hinzugeſetzt:


