Teil eines Werkes 
3. Band, Der Jesuit : Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts : 1. Band (1838)
Entstehung
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Spekulationslaſt, die nöthigen Ruheſtunden. Doch feierte er dieſe wenige nicht im Schoße der Seinen. Weder beim Frühſtück, wo man den braunen weſtindiſchen Trank aus ja⸗ paniſchen Gefäßen ſchlürfte, und dabei ſo ſteif ſaß, wie die blaſſen Figuren auf dieſen Taſſen, noch beim Mittags⸗ Mahl, wo die leckerſte Koſt entweder mit gieriger Haſt, oder mit vitelliſcher Trägheit verſchlungen wurde, war ihm froh zu Sinne. Bald verdrüßlich keifend mit dem verdrüßlich langweiligen Weibe, bald ſeine überſeeiſchen Hoffnungen und Handelsoperationen nicht loslaſſend in ſtummer Grübelei, floh ihn die Heiterkeit innerhalb ſeiner Mauern; und aus⸗ wärts, auf einem Collegium, wo er wieder von nichts, als von Geſchäften reden hörte, eine Pfeife Tabak rauchte, um ſich zu betäuben, in der Karte ſpielte, um ſich zu zer⸗ ſtreuen verträumte er ſeine Abende. Nicht Er, nicht ſein Weib, das mit ſchnödem Geſchwätze, oder abgeſchmackter Frömmelei den verlangweilten Tag beſchloß, ahnten die Quelle von Genuß und Freudigkeit, die ihnen in der Toch⸗ ter, dem einzigen Sprößling dieſer übelpaſſenden Che, auf⸗ gehen hätte können. Die Natur hatte in dieſem lieblichen Geſchöpfe die glücklichſte Verſchmelzung widerſtrebender Ge⸗ müthsrichtung zu Stande gebracht. Des Vaters Heftigleit

herrſchte zwar vor, allein mäßigende Ruhe ſtellte bald das

Gleichgewicht wieder her. Das Mädchen hatte ſeinen eigenen Kopf und Willenz'es war ja das einzige Kind, und nicht beſchränkt von den Eltern. Allein, der Leidenſchaftlichkeit, dem heftißen Zorn ſogar, folgte ſchnell die Beſinnung, die Theilnahme, die zarte Reue, die gefühlvollſte Vergeltung. Der Liebreiz des ſo wunderlich herangebildeten Mädchens war in dieſen Verſöhnungsmomenten ſo groß, daß Freundinnen