Teil eines Werkes 
31. Band, Herbstviolen : Erzählungen und Novellen : 2. Band (1834)
Entstehung
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ſerlichen Regiment zu entwiſchen. Erſt ſeit Kur⸗ zem habe er dabei geſtanden, als er ſchon wegen eines Dienſtfehlers von ſeinem Unterofficier ge⸗ pruͤgelt worden, und er ſich dann reſolviret, zu den Franzoſen uͤberzulaufen. um ſeiner Jngend willen hätte das Kriegsgericht ihn mit der Todes⸗ ſrafe verſchont, aber ſtatt deſſen die ſchaͤrfſten Spießruthen angeordnet. Wuͤrde ich ihn jedoch davon begnadigen, ſo wolle er ſtracks ein ordent⸗ licher Kerl werden, und ſich nicht mehr vom Teu⸗ fel verblenden laſſen. Nun konnte ich den Ne⸗ veu der guten Frau Chriſtiane unmoglich ſtrafen laſſen, wie er es verdient hätte; ich ſchenkte ihm die Spießruthen, und ließ ihn dafuͤr eine Weile in Priſon ſtecken. Waͤhrend deſſen war in Ra⸗ ſtadt Friede gemacht worden, und die Kriegsfurie begab ſich zur Ruhe. Mein Regiment marſchirte dem Suͤden zu, und ich liberirte auf dem Marſch den armen Conrad, und nahm ihn an die Stelle meines wackern Philipp, der bei Oudenarde das Zeitliche mit dem Ewigen vertauſcht hatte, zu meinem Fourierſchuͤtzen auf, um ihn auf dieſe Weiſe nach der Heimath zu bringen, weil ich ihm zum Abſchied zu verhelfen gedachte. Der arme Schelm wußte nicht das Mindeſte, was zu Hauſe paſſiret, und ich ignorirte es natuͤrlich nicht