Teil eines Werkes 
31. Band, Herbstviolen : Erzählungen und Novellen : 2. Band (1834)
Entstehung
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zu commandiren. Das Regiment lag in einigen brabantiſchen oder flanderſchen Doͤrfern, und wurde zu der Execution concentrirt. Ein Deſer⸗ teur, der mit Sack und Pack hatte hinuͤber wol⸗ len, ſollte abgeſtraft werden. Nun ſupplicirten mich Einige, dem Kerl die Spießruthen zu ſchen⸗

ken, weil ſolche Begnadigung ein Recht des neu

inſtallirten Oberſtwachtmeiſters iſt, und wieder Andere drangen in mich, um des Beiſpiels wil⸗ len ja nicht Gnade fuͤr Recht ergehen zu laſſen.

Nun aber war der Friede ſchon vor der Thuͤre,

und ich habe nie ſolche Erecutionen leiden kön⸗ nen; dennoch wollte ich den Delinquenten vorerſt ſehen, und ließ ihn vor mich bringen, da ſchon die Reihen geſtellt waren, und die Ruthen aus⸗ getheilt. Ein blutjunger todtblaſſer Kerl war's, der mir zu Fuͤßen fiel, und wimmerte; daß es einen Stein haͤtte erbarmen muͤſſen, wobei er meinen Namen nannte, und declarirte, daß er derjenige Conrad ſey, bei deſſen Tante ich in Neuſtadt einquartirt geweſen. Mir gingen die Augen uͤber, da ich mich von der Juſteſſe ſeines Vorgebens uͤberzeugt hatte, und ich fragte ihn, wie er es von dem frommen Hauſe bis zum ar⸗ men Suͤnder gebracht. Nun erzählte er mir, daß ihn der Teufel geblendet, wie ſo Viele ſchon; daß ſein Oncle ihn und die Schweſter wegen

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