Grab findet, ſo ſey Er dieſen Kindern, meinen Erben, ein treuer Rathgeber, und denke Er an mich, als an eine Perſon, die es mit Ihm wohl⸗ gemeint hat. Nehme der Herr auch noch dieſes kleine Geſchenk“— ſie druͤckte mir einen ſchwe— ren Beutel in die Hand.—„Ich habe in Erfah⸗ rung gebracht, daß mein liſtiger Schwager Ihm tauſend Gulden geboten, damit Er nur aus mei— nem Hauſe ziehe, und daß Er dieſelben wie ein Galanthomme ausgeſchlagen; nehme er die glei⸗ che Summe jetzt von mir an. Sie iſt redlich von mir erworben, und wird Ihm Segen brin⸗ gen.“— Ich defendirte mich ſo gut ich konnte, aber ſie ließ nicht ab, und meine Caſſe war ſo ziemlich leer. Daher ſchob ich endlich das Geld ein, und ging weinend von dannen, wie von einer Mutter, ſo daß mir die Zaͤhren im Schnurrbart hingen, und ich mich vor den Gaſſenbuben ſchaͤmte.
Das Gold der Wittib habe ich jedoch gut ver⸗
wendet, und nicht damit geſpielt, noch geſchlemmt. Auch iſt mir keine Dublone davon entwendet worden.
Nun ging es wieder in den Krieg. Bei Mal⸗ plaquet avancirte ich zum Hauptmann, und nach der Defaite von Albemarle, wo uns Villars tuͤch⸗ tig geklopft, wurde ich Major. Meine erſte Func⸗
tion als ſolcher war, eine Spießruthen⸗Execution


