— 252— ſeyn moͤchte, etwa ein Darlehen oder einen Vor⸗ ſchuß an Gelde zu empfangen, weil ſie furchte, daß mir die Gelder vom Regimente ausgeblie⸗ ben. Dieſe delicate Attention hat mich ſehr ge⸗ ruͤhrt, und ich gab dem Philipp ein abſonderli⸗ ches Compliment an die Hausfrau auf, und den Beſcheid: wie ich fur die angenehme Propoſition danke, deren aber nicht beduͤrfe. Somit war auch nicht mehr die Rede vom Gelde, bis ein⸗ mal Abends die Wittfrau abermals im Garten zu mir ſagte, da ſie auf Conrad und Salome deutete:„Die Kinder wiſſen nicht, wie glucklich ſie ſind. Ihr Vater war ein gewiſſenloſer Ver⸗ ſchwender, Gott habe ihn ſelig, der ſeine brave Frau in's Grab argerte, und den letzten Heller durchbrachte; aber dennoch werden ſeine Waiſen reich. Mein Schwager hat ihnen ſchon ſein Hab und Gut vermacht, und am Ende kriegen ſie auch noch das Meinige, weil ich leider ſelbſt keine Kinder habe. Aber des Herrn Wille ge⸗ ſchehe!“ Ich replicirte, daß es doch immer beſ⸗ ſer ſey, den Verwandten ſeine Habe zu hinter⸗
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31. Band, Herbstviolen : Erzählungen und Novellen : 2. Band (1834)
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