genuͤber das ſchoͤne Bild den Kopf wie entſchlum⸗ mernd ſinken ließ, und die leichte Umhuͤllung des Buſens verrätheriſch lockend herabfiel.
Der Maler ſtuͤrzte außer ſich in die Arme des Mädchens, die ihn wie die einer Traͤumenden gleichſam bewußtlos umfingen. Er druckte gluͤ⸗ hende Kuͤſſe auf die Lippen der Schoͤnen, und das halbdunkle Gemach ſollte ſich in einen Tempel verbrecheriſcher Liebe verwandeln.
Da durchfährt es ihn, wie ein kalter Schwert⸗ hieb, und ſein Blut wird zu Eis, da er gewahrt, wie Paolo an ſeiner Bruſt immer bleicher und kalter wird, wie ſich ihre Züge veraͤndern, wie ihre Augen aufgehen, aber ſtarr und gläſern ſind, wie die einer Todten. Er will in die Hoͤhe ſpringen, aber die Arme der rathſelhaften Leiche halten ihn zuruͤck; er will die Laſt— vor Kurzem noch ſo beneidens⸗ werth— obſchuͤtteln; vergebens. Das Entſetzen ſteigt ihm toͤdlich zum Herzen, und er ſchreit nach Huͤlfe, aber ſeine Stimme verhallt, und Niemand nähert ſich der verſchloſſenen Thuͤre.


