— 349— machte gute Miene zu einem Spiel, daß ihn in⸗ nerlich ſehr verdroß, worinnen er aber keinen Point mehr zu gewinnen hoffen durfte, weil ihm Ninon's Feſtigkeit im Unbeſtand aus fruͤherer Zeit nur zu bekannt. Ihre Caprice hatte das Band zwiſchen ihr und Villarceaur unheilbar zerriſſen, und ein in der Welt verſuchter Cava⸗ lier mußte dieſes Mißgeſchick lächelnd und luſtig zu ertragen ſcheinen.— Darum reichte auch der Marquis mit beſonderer Hoflichkeit ſeiner unge⸗ treuen Dame den Arm, und geleitete ſie zur Thuͤre. Chapelle und Bachaumont flogen mit ſilbernen Leuchtern voran, der alte Triſtan ließ ſich's nicht nehmen, als ein ſiebzigjaͤhriger Page die Schleppe der ſtolzen Schoͤnheit zu tragen; den Hofnarren ſpielte Poquelin, und den Kam⸗ mermuſiker, auf einer ſchlechten Zitter klimpernd, der comiſche Italiener Lully.— Als die beiden Leuchterträger den Schlag der Caroſſe offneten, fluſterte Villarceaur, von der letzten Wehmuth
ergriffen, der einſteigenden Ninon zu:„Ich dachte nicht, dieſe Nacht einſam zu verbringen. Wer


