Teil eines Werkes 
30. Band, Herbstviolen : Erzählungen und Novellen : 1. Band (1834)
Entstehung
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350 aber, Du ſchoͤne Ungetreue, wird Dir Geſellſchaft leiſten 2

Die Unſchuld ſelbſt; antwortete Ninon la⸗ chend, indem ſie auf den kleinen Bourſault zeigte, der noch im Winkel der Kutſche tief und feſt ſchlief:Du wirſt doch nicht eiferſuͤchtig ſeyn? Um mir zu beweiſen, daß Du dieſen Nebenbuh⸗ ler nicht ſcheu'ſt, ſollſt Du mir verſprechen, von morgen an fuͤr ihn zu ſorgen.

Der Marquis verſprach's. Unter dem Ju⸗ bel der leichtfertigen, blumenbekränzten Gäͤſte des Epicuraͤers Scarron fuhr die Kutſche ab, und der Bauernjunge Bourſault fand ſich er⸗ ſtaunt bei ſeinem Erwachen in dem Hauſe der ſchoͤnen Ninon, nicht ahnend, daß Fuͤrſten und Herzoge ihn um dieſe Nähe beneidet haben woͤr⸗ den. Waͤhrend er, von dem ſcherzhaften Fraͤu⸗ lein gehaͤtſchelt und gefuͤttert, ſchmauſote, und endlich halb benebelt von dem Lacgien Poiton zu Bett gebracht wurde, hatte der einſam nach Hauſe wandelnde Marquis nur das Vergnuͤgen, den jungen Boileau und Racine aus den Hän⸗