Teil eines Werkes 
30. Band, Herbstviolen : Erzählungen und Novellen : 1. Band (1834)
Entstehung
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werthe Zeugen, ſeinen Rechten auf mich, und ich verlange nichts in der Welt mehr von ihm, aus⸗ genommen ſeine Kutſche, die mich heute noch nach Hauſe zu bringen hat. Sie werden dieſer Scheidung, meine Herren und Damen, das ge⸗ hoͤrige Beileid insgeheim zollen, und mich mit Ihrer muͤndlichen Trauer verſchonen.

Ein neues Leben ſchien in den Augen der an⸗ weſenden Maͤnner, gleichviel ob alt oder jung, aufzuglimmen. Alle Lippen verzogen ſich zum Laͤcheln, und die Zuͤge eines Jeden verkuͤndig⸗ ten, wie er nicht abgeneigt ſeyn duͤrfte, die Stelle des entlaſſenen Liebhabers einzunehmen. Scarron citirte einen leichtfertigen lateiniſchen Vers, und beweinte poſſierlich ſein Geſchick, wel⸗ ches ihm nicht vergoͤnne, unmittelbar nach der Hochzeit die erſte Untreue an ſeiner Frau mit der liebenswuͤrdigen Ninon zu begehen. Triſtan ſuchte aus dem Schatz ſeines Gedaͤchtniſſes einen gelungenen Quadrain hervor, worinnen er die Macht der Schoͤnheit ſchäͤferlich beſang; Molière ſchoß ein Witzwort gegen den verlaſſenen Liebha⸗