Teil eines Werkes 
30. Band, Herbstviolen : Erzählungen und Novellen : 1. Band (1834)
Entstehung
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Kind, und ſehen Sie nicht eine Bagatelle fuͤr ein Ungluͤck an. Die Scarron iſt gemacht, meine Stelle in Ihrer Phantaſie zu erſetzen.

Die meinige in Ihrem Herzen iſt wahr⸗ ſcheinlich ſchon beſetzt; murmelte der Mar⸗ quis mit bitter'm Verdruß zwiſchen den Zähnen. Leicht moͤglich! erwiederte Ninon hinge⸗ worfen, und dachte dabei an den huͤbſchen Sé⸗ vigné, deſſen Gattin ſelbſt von dem luͤderlichen Buſſy ein Tugendſpiegel genannt wurde. Hier auf ſchickte ſie ſich an, ſich zu entfernen, trat mit ſchelmiſcher Anmuth in den Kreis der Herren, die um den Lehnſtuhl Scarron's gereiht ſtanden, etwas abgeſondert von den Damen, und ſprach mit tiefer Verbeugung:Der Contraſt allein er⸗ heitert das Leben. Ohne Schatten kein Licht; nur die Nacht tauft den Tag. Neben eine wuͤr⸗ dige Hochzeitfeier gehoͤrt auch ein Trennungsfeſt. Ich begehe ein ſolches in dieſem Angenblicke. Wohl mir, daß nicht Thraͤnen dabei fließen, und noch weniger Blut oder Gift. Der Herr Mar quis von Villarceaux entſagt vor Ihnen, ehren⸗