Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 5. Theil (1838)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

˖

zur Rechten gehört; das Heer glaubte, die Annäherung des Marſchalls Grouchy zu vernehmen......!

Da ſchwand plötzlich die Täuſchung dahin. Gegen fünf Uhr zeigten ſich wie im Fluge dahinſprengende Reiter, die mit dem Rufe:Alles iſt verloren, rette ſich wer kann! Unordnung und Schrecken unter Reſerve und Troß verbrei⸗ teten. Man verſuchte noch, dieſer Boten zu ſpotten, aber von Viertelſtunde zu Viertelſtunde, von Minute zu Minute kamen der Hiobspoſten mehrere, bis beim Einbruche des Spätabends ganze Schwärme von Reitern, zerſprengte Schwadronen der verſchiedenſten Regimenter durcheinander nach Genappe hereinraſeten, und, brüllend vor Wuth und Angſt, durch alle Gaſſen, in alle Fenſter die Schreckenskunde ſchrieen, daß der Kaiſer geſchlagen, daß Blücher und Wel⸗ lington geſiegt, und das ganze franzöſiſche Heer in oſſene Flucht und Auflöſung getrieben. Adele hörte vor ihrem Fenſter dieſe traurige Botſchaft; aus dem Gewirre der flüch⸗ tigen Infanteriſten und Reiter ſchollen die Namen mehrerer Generale, die in der Schlacht geblieben ſeyn ſollten. Der tapfere Cambronne, der unerſchrockene Lobau, viele andere von gleicher Tapferkeit...... der Name Dammartin wurde endlich genannt. Verzweiflung drang mit dieſem Rufe in Adelen's Seele. Vergebens verſchwendete Sans⸗ Regret Tröſtungen, woran er ſelbſt nicht glaubte, vergebens beſchwor er ſie auf ſeinen Knieen, dem wechſelnden Getüm⸗ mel zu entrinnen. Das in bitterm Schmerz wüthende Weib verlangte nun herriſch, zu bleiben, oder gerade nach dem Schlachtfelde zu eilen, um die Leiche des Gatten aufzuſuchen.

Sans⸗Regret, obgleich von Ungeduld zerriſſen, wagte nicht,