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Dieſe unbefangene, faſt kindlich naive Frage, ſchlug wie ein galvaniſcher Stoß an des Invaliden Herz. Seine Stimme zitterte hörbar, als er, obſchon leiſe, antwortete: „Wahrhaftig, Madame, ich entſinne mich nicht...... das muß nach meiner Zeit geſchehen ſeyn...... der Name des Unglücklichen, der Ihnen den empfindlichen Ver⸗ luſt verurſachte„. 2
„Ich weiß ihn nicht.— Wozu auch? Ich müßte ja den Menſchen haſſen, ob er gleich nicht wußte, daß er auch dem Kinde ſeines Gegners eine ſchwere Wunde verſetzte.“
a wh das müßten Sie freilich... 36 entgegnete der Invalide mit niedergeſchlagenem Auge, wäh⸗ rend er ſich langſam vom Stuhle erhob, und, wie von Froſt durchſchüttelt, ſeine Glieder kaum ſtill zu halten, ver⸗ mochte.
So eben trat jedoch der Oberſt, aus der Stadt kommend, unter die üppig duftende Laube, von deren Höhe zwiſchen grünen Blättern hervor anmuthige Lilas⸗Trauben auf ſeinen Hut herunternickten. Die Scene gewann dadurch eine hei⸗ tere Wendung. Suzon warf ſich hüpfend wie eine ſchlanke Gazelle in die Arme des Vaters, während Adele dem Gat⸗ ten beide Hände entgegen ſtreckte, Sans⸗Regret dem Freunde zunickte, und der Sohn des Invaliden, hinter dem Oberſt eintretend, einen ſtummen Zuſchauer des fröhlichen Empfangs abgab. Ueberſah gleich Adele im erſten Moment die An⸗ kunft des Jünglings, ſo wurde dieſelbe doch von der Toch⸗ ter bemerkt, und auf Suzun's Wangen ſpiegelte ſich plötz⸗ lich ein Roſenglanz, dem Wiederſchein der Abendröthe ähnlich.


