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empfangen, die mir in wenigen eiskalten Zeilen meldete, daß ich nicht ſein Kind ſey,— ſo innig erfreut war ich doch, jedes Familienband zwiſchen mir und der Marquiſe zerxiſſen zu ſehen. Ich ſoll freilich, wie mir der General faſt höhnend meldete, nur die unrechtmäßige Tochter eines armen Handlungsdieners ſeyn, erzeugt mit einer Mulattin⸗ die gleich nach meiner Geburt in den Kolonien den Dod fand. Dennoch dünke ich mich edler von Geburt und Her⸗ zen, als die gefühlloſe Wittwe, welche, ſelber nie ſo glück⸗ lich, Mutter zu ſeyn, einer Mutter ihren liebſten Schatz ſtahl.“
Adele umarmte bei dieſen Worten ihre Tochter mit ſol⸗ cher Heftigkeit, als ob ſie eine neue Trennung von ihr be⸗ fürchtete. Nach einer Pauſe jedoch hatte ſich die excentriſche Wallung gelegt, und die Oberſtin, fuhr, mit ſchwermüthiger Vertraulichkeit zu dem Invaliden gewendet, fort:„Ich ſchaudre manchmal, wenn ich mein Lvos überdenke, das mir befahl, ohne meinen Vater und meine Mutter zu ken⸗ nen, in die Welt zu treten. Wäre es mir früher bekannt geworden, ehe ich das Band der Liebe und der Ehe ge⸗ knüpft, ich hätte nicht den Muth gehabt, zu leben, und im nächſten Fluſſe meinen Tod geſucht. Denken Sie ſich ſelbſt, Herr Sans⸗Regret: meine Mutter, die arme Sklavin, die auf einer Inſel im weiten Ozean vermodert,.. mein armer Vater, der mich verkaufte, und einem bittern Ver⸗ hängniß zum Raube wurde! Er ſoll in der Blüthe ſeiner Jahre von einem Nebenbuhler erſtochen worden ſeyn. Auf dem Kirchhofe von Marſeille ſoll ſeine Hülle ruhen. Lieber Herr Sans⸗Regret, Sie ſind ja aus Marſeille gebürtig; haben Sie nie von meinem Vater Lefebre gehört?“.


