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„Meinetwegen, aber weh' thut mir's doch. An der un⸗ günſtigen Wendung ſeines Geſchicks hat freilich meiſtens der Oberſt ſelbſt Schuld. Warum trat er in jenes Bündniß? Abgeſehen, daß deſſen Zweck nicht der edelſte war, ſo durfte dazumal ein kalt beſonnener Menſch nicht hoffen, daß den Spionen des Kaiſers irgend etwas von Wichtigkeit verbor⸗ gen bleiben könnte. Das war ein unglückliches Einverſtänd⸗ niß mit Oudet. Ich ſage dieß nicht um meinetwillen, ob ich gleich nebenbei in purer Unſchuld mehrere Jahre im Gefängniß zubringen mußte. Damit beſtrafte ſich aber mein Votwitz in Beziehung auf Hudet's Brief, und auf der an⸗ deren Seite war es doch wieder ganz gut, daß ich das gefährliche Schreiben erbrach, unterſchlug und verlor, gleich⸗ viel, ob in dem Moraſt auf Lobau, oder in dem Staub von Wagram. Dem Himmel ſey Dank, daß Niemand den verdammten Zettel fand; man würde den Schreiber aus⸗ findig gemacht, den Wiſch als Beweisſtück gebraucht, und höchſt wahrſcheinlich Sie, Madame, zur Wittwe gemacht haben. Wenn Sie auch, während der Gefangenſchaft Ihres Gatten eine traurige Zeit durchlebten, ſo brauchten Sie doch nicht an ſeinem Sarge zu weinen.“
„Gott ſey Dank! dem Himmel und Ihnen, lieber Herr Sans⸗Regret,“ rief Suzon aus vollem Herzen.
„Gott ſey Dank!“ wiederholte auch Adele, und fuhr mit ſchöner Rührung fort:„Auch jene Zeit der Trübſal war nicht eine fortwährende Kette von Leiden. Die Wohl⸗ thätigkeit ſandte Sonnenblicke in unſer dunkles Leben. Durch eine ſeltſame Laune des Schickſals geſchah es, daß auf mich, die Emporkömmlingin, die barmherzige Huld der ahnenſtolzen Marie Louiſe fiel, während die altadeliche


