Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 5. Theil (1838)
Entstehung
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Mit der Wiedererſtattung der Paat Tauſend Franks hat es, was mich betrifft, durchaus keine Eile. Und dennoch würde ich lieber heute als morgen das Geld von Herrn Dammartin wieder empfangen, wenn er aus einer andern Quelle ſchöpfen wollte, als gerade aus dem Brunnen der königlichen Gnade.

Adele ſeufzte leicht vor ſich hin, Suzon nickte Sans⸗ Regret lebhaften Beifall zu. Der Invalide fuhr etwas ärgerlich fort:Ich habe es dem guten Oberſten hundert⸗ mal geſagt, daß ihm die Rolle eines Bittſtellers nicht gut anſteht. Wenn ich mir ihn denke, von Vorzimmer zu Vor⸗ zimmer laufend, bald beim Miniſter, bald bei irgend einem Marſchall, bald beim Günſtling des Tages Schildwache ſtehend, aufpaſſend, lauernd, geſchmeichelt bald von Hoffnung, bald vor Ungeduld verzweiſelnd, ihn, den ich in der Schlacht geſehen, unerſchütterlich im Feuer der Batterien, kühn das Glück herausfordernd, und ſtets vergeben Sie mir den Ausdruck die höchſte Gunſt des eitlen koketten Weibes erringend,.... es zerſchneidet mir die Seele.

Adele erwiederte hierauf mit ernſtem Rückblick auf die Vergangenheit:Lieber Freund, auch ich hatte einſt dieſe Anſichten; mein Stolz war nicht gering, aber die Zeit fliegt, unſere Jahre vergehen ſchnell, und das neue Ge⸗ ſchlecht, welches herauftommt, will, daß ſeine Vorfahren um ſeine Gunſt betteln. Glauben Sie mir, daß Dammar⸗ tin's Selbſtgefühl ſich nicht gutwillig unter das Joch beugt, aber er hat für ſich nicht allein, er hat auch für uns zu ſorgen. Die Feindſchaft des Kaiſers und ſeine Ungerechtig⸗ keit hat uns alles geraubt. Wir ſind dagegen tief in der Schuld der Freundſchaft; helfe daher, was helfen kann.