Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 5. Theil (1838)
Entstehung
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und in wenig Tagen war alles in dem Hauſe ſo eingerichtet, wie vor zehn Jahren.

An einem ſchönen Abende ſaß Adele mit ihrer freund⸗ lichen Tochter unter dem eleganten Vorſprunge, über deſſen Baluſtrade, mit exotiſchen Gewächſen verziert, ſich die Aus⸗ ſicht nach dem Bosket öffnete. Die Frauen beſchäftigten ſich mit leichter Arbeit, der Invalide wanderte, gebrechlichen Fußes, aber leichten Herzens, zwiſchen den Beeten des Gartens hin und her, blieb bald vor dieſem, bald vor je⸗ nem Bäumchen ſtehen, welches während ſeiner Abweſenheit aus dünnem Reis, das er gepflanzt, erwachſen war, ſchnupfte häufig Tabak, und verrieth dadurch die behagliche Seelen⸗ ruhe, die ihn verklärte. Ein freundlicher Zuruf von Adele beſchied ihn zu dem Liſchchen, wo die Damen ſaßen. Er szog mit freundlicher Verneigung die Holzmüze von dem grauen Haupte, aber Suzon ſetzte ſie ihm wieder auf, ſchob ihm einen Stuhl hin, und Adele, indem ſie ihre ſchöne Hand ſchmeichelnd auf den Arm des Invaliden legte, ſprach mit der offenſten Miene von der Welt:Lieber Herr Sans⸗ Regret, Sie ſehen, wie ich glücklich bin, und wie ich dieſes nicht verhehle. Es iſt ein Bedürfniß meiner Seele, Ihnen noch einmal den Dank auszuſprechen, der Ihnen gebührt. Gebe der Himmel, daß es dem Oberſten bald vergönnt ſey, Ihnen vollwichtig wieder zu erſetzen, was Sie uneigennützig für uns opferten.

Sans⸗Regret klopfte ungeduldig mit dem Zeigefinger auf die Doſe, bot der Oberſtin in der Zerſtreuung eine Priſe, und antwortete:

Meiner Treu, Madame, Sie beweiſen mir nur, daß es Ihnen nnerträglich iſt, lang mein Schuldner zu ſeyn.