Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 5. Theil (1838)
Entstehung
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Gräfin Esprémenil von der Gunſt der verſtoßenen Kaiſerin ihren Unterhalt empfing. Mehr aber noch, als die Gaben der Barmherzigkeit erfreuten mich die Spenden der Freund⸗ ſchaft: diejenigen, die man mir als Geſchenke der Fräulein Sombreuil einhändigte, während ſie von einem treuen, aber damals ſchwer verkannten Freunde kamen. Ja, Herr Sans⸗Regret, mein Mann hat mir den ganzen Umfang Ihrer Delikateſſe verrathen, dieſe iſt über jeden Dank er⸗ haben, doch erbitte ich mir, daß Sie mir erklären, wie Sie es anſtellten, mich in der Täuſchung zu erhalten. Nichts Leichteres als dieſes. Ich wußte das Fräulein in Nizza. Von ihrem ſchweren Schickſal trotz dem männ⸗ lichſten Kampfe zu Boden gedrückt, verzehrte ſich dort die Unglückliche in eitlem Ringen gegen eine allzufrühe Auf⸗ löſung. Schon ihre beiſpielloſe körperliche Schwäche ſchnitt ſie von jedem Zuſammenhang mit der übrigen Welt ab. Sie führte das Leben einer Einſiedlerin, noch enger einge⸗ ſchränkt in allen ihrem DThun und Laſſen, doppelt iſolirt, durch den Einfluß mehrerer Prieſter, die das Geheimniß gefunden hatten, die männliche Seele des hochherzigen Wei⸗ bes nach ſo vielen Leiden der Kirche und dem Himmel zu⸗ zuwenden. Hierauf baute mein Notar den Plan meines Inkognito, er überlieferte das meiner damaligen Lage an⸗ gemeſſene Scherflein, als Mandatar des Fräuleins, und nahm dagegen Ihre Briefe, Madame, in Empfang. Sie erklären ſich nun, wie es gekommen, daß Sie nie eine Antwort erhielten. Ihr letzter Brief, den Sie mit der Poſt abgehen ließen, fand das Fräulein auf dem Sterbebette, und wurde ohne Zweifel von den frommen Erbſchleichern unterdrückt. Da Sie jetzt Alles wiſſen, ſo ſteht Ihnen